Abwasseranschlüsse

 

Was muss ein Grundstückseigentümer über den Anschluss seines Grundstücks an die Kanalisation wissen?

Die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA mbH) ist Betreiber der Anlagen der öffentlichen
Wasserversorgung und Abwasseranlagen für die Städte Frankfurt (Oder) und Müllrose mit ihren Ortsteilen
sowie die Gemeinde Jacobsdorf mit den OT Petersdorf, Jacobsdorf, Pillgram, Sieversdorf und die
Gemeinde Briesen/OT Biegen. Die FWA mbH hat die Aufgabe, die Versorgung mit Trinkwasser zu
gewährleisten und das anfallende Abwasser, die Fäkalien der abflusslosen Sammelgruben sowie den
nicht separierten Klärschlamm aus Kleinkläranlagen und das anfallende Niederschlagswasser
der Stadt Frankfurt (Oder) abzuleiten und zu reinigen.

Anschlussbedingungen

Die kommunalen Satzungen über den Anschluss an die öffentlich vorhandene Abwasseranlage und ihre
Benutzung besagen, dass Grundstücke, auf denen Abwasser anfällt, an die öffentlichen Entwässerungsanlagen
anzuschließen sind. Dafür gelten die Allgemeinen Bedingungen der FWA mbH. Für den Anschluss von
Grundstücken an die zentralen Abwasseranlagen der FWA mbH sowie die Einleitung von Abwasser in die
Anlagen der FWA mbH gelten die Abwasserentsorgungsbedingungen (AEB) vom 03.03.1995
in der gültigen Fassung.


Anschlussarten

Die Entwässerung erfolgt entsprechend den Vorgaben der FWA mbH nach dem Trennverfahren oder
nach dem Mischverfahren im freien Gefälle bzw. über eine Hebeanlage (Druckentwässerung).

In Gebieten des Trennsystems werden Schmutzwasser und Regenwasser in zwei voneinander getrennten
Kanalisationssystemen abgeleitet. In diesen Gebieten erhalten die Grundstücke je einen Anschluss an die
Schmutz- und soweit erforderlich, an die Regenwasserkanalisation. In Gebieten des Mischsystems werden
Schmutz- und Regenwasser gemeinsam in einem Kanal abgeleitet.

Die Druckentwässerung ist ein System von Pumpstationen, über die Grundstücke entwässert werden,
die in eine öffentliche Druckrohrleitung fördern. Wird bei tiefer liegenden Grundstücken der
Grundstücksanschluss an die Sammelleitung nicht im freien Gefälle erreicht, ist durch den Eigentümer
eine Hebeanlage in eigener Verantwortung zu realisieren.


Antrag

Für die Herstellung eines Abwasseranschlusses ist das Antragsformular „Antrag auf Anschluss an das
Abwassernetz“
vollständig ausgefüllt mit einem Grundstückslageplan mit Angaben über die gewünschte
Lage und Tiefe des Kontrollschachtes an die FWA mbH einzureichen. Der Kontrollschacht liegt im
Allgemeinen max. 1 m hinter der Grundstücksgrenze auf dem privaten Grundstück.

Die Antragsformulare sind direkt bei der FWA mbH im Buschmühlenweg 171 oder im Internet
unter www.fwa-ffo.de (Formulare) erhältlich.

Ist der Anschluss des betreffenden Grundstücks an das öffentliche Kanalnetz möglich, unterbreitet die FWA mbH
dem Antragsteller ein konkretes Kostenangebot mit einem Grundstücksanschlusslageplan (Ordinatenblatt)
mit den zur Bauausführung notwendigen technischen Angaben. Anschließend ist vom Antragsteller der
schriftliche Auftrag zu erteilen und das Ordinatenblatt mit  persönlichem Zustimmungsvermerk an die FWA mbH
zurückzusenden.

Nach Auftragserteilung durch den Antragsteller an die FWA mbH erfolgt die Ausführung des Auftrags durch
zugelassene Installations- und Vertragsfirmen.

Jedes Grundstück erhält einen eigenen Grundstücksanschluss. Als Grundstück wird ohne Rücksicht auf die
Grundbucheintragung jeder zusammenhängende Besitz, der eine selbständige wirtschaftliche Einheit bildet,
bezeichnet. Nachbarliche Auseinandersetzungen, die sich aus einer Gemeinschaftsversorgung ergeben
könnten, werden damit vermieden.

Die Inbetriebnahme des Anschlusskanals ist der FWA mbH durch ein Formblatt „Rückmeldung Neuanschluss Abwasser“ mitzuteilen. Als Inbetriebnahme gilt die Verbindung der privaten Grundstücksentwässerungsleitung
mit der Grundstücksanschlussleitung.


Grundstücksanschlussleitungen (öffentlicher Bereich)

Die Grundstücksanschlussleitungen sind die direkte Verbindungsleitung zwischen dem Kontrollschacht bzw.
dem Pumpenschacht bei einer Druckentwässerung, wenn vorhanden bzw. der Grundstücksgrenze und dem
öffentlichen Leitungsnetz. Der Grundstücksanschluss schließt den Kontrollschacht und die Pumpstation mit ein.
Sie gehören zu den Betriebsanlagen der FWA mbH.


Grundstücksentwässerungsleitung (privater Bereich)

Grundstücksentwässerungsanlagen sind Einrichtungen auf dem Grundstück, die der Sammlung,
Vorbehandlung, Prüfung und Ableitung des Abwassers bis zum Grundstücksanschluss dienen.

Nach Fertigstellung der Grundstücksanschlussleitung und nach Aufforderung durch die FWA mbH ist die
betriebsfähige Fertigstellung der Grundstücksentwässerungsanlage innerhalb von 3 Monaten zu sichern.

Die Grundstücksentwässerungsanlage steht im Eigentum des Anschlussnehmers. Die Arbeiten an der
Grundstücksentwässerungsanlage sind durch einen Fachbetrieb durchzuführen oder sind bei Eigenleistung
durch die FWA mbH am offenen Baugraben abzunehmen.

Systemskizze zur Rückstauebene



Sicherung gegen Rückstau

Gegen den Rückstau des Abwassers aus der öffentlichen Abwasseranlage hat sich der Anschlussnehmer
selbst zu schützen. Für Schäden haftet die FWA mbH nicht.


Unter der Rückstauebene liegende Räume, Schmutz- und Niederschlagswasserabläufe usw. müssen gegen
Rückstau abgesichert sein. Die Sperrvorrichtungen sind dauernd geschlossen zu halten und sind nur bei Bedarf
zu öffnen. Wo die Absperrvorrichtung nicht dauernd geschlossen sein kann oder die Räume unbedingt gegen
Rückstau gesichert werden müssen, z. B. Wohn- und Sanitärräume oder gewerbliche Räume, ist das
Schmutzwasser mit einer Abwasserhebeanlage bis über die Rückstauebene zu heben.


Kosten für den Grundstücksanschluss

Der Antragsteller muss die Kosten der Herstellung des Grundstücksanschlusses gemäß des gültigen
Preisblattes der Kommune bezahlen.

In Härtefällen können mit der FWA mbH individuelle Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen werden.


Material

Für den Grundstücksanschluss werden vorwiegend PE-, PVC- oder Steinzeugrohre verwendet.
Die Rohre haben einen Mindestdurchmesser von 150 mm.

Abwasseranschluss mit Uponal-Schacht


Für den Kontrollschacht wird in der Regel ein Uponal-System-Schacht DN 400 gesetzt.

Bei Einleitung von gewerblichem Abwasser wird ein begehbarer Schacht verlangt, der oftmals gleichzeitig als
Probenahmeschacht ausgebildet wird, d. h. das Zulaufrohr ragt 10 cm über der Gerinnesohle in den Schacht.

Für die Grundstücksentwässerungsleitung können Kunststoff-, Steinzeug oder Faserzementrohre verwendet
werden.

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